Und jetzt #3

Da bin ich wieder. Der Juni kriecht vor sich hin, oder? Mit den aktuellen #BlackLivesMatter Demonstrationen muss man sich wohl zwangsläufig an den Gedanken gewöhnen, dass wir als Gesellschaft viel zu lange nichts gegen systematische Probleme getan haben und unsere Privilegien nicht genutzt haben, um etwas zu verbessern. Für Selbstmitleid ist jedoch keine Zeit. Es muss gehandelt werden.

Mich hat sehr beschäftigt, wie man nützlich helfen kann. Als Comedian bekomme ich regelmäßig die Chance, vor Leuten zu sprechen und in Aufmerksamkeit zu baden. Es wäre falsch, diese Position nicht zu nutzen um das, was ich in Gesprächen mit Opfern von Rassismus höre, zu teilen und deren Message zu verstärken. Comedy-technisch ein Drahtseilakt der mir beim Schreiben meines Online-Auftritts von Dienstag viele Nerven gekostet hat. Also habe ich eben genau das geschrieben: Dass es sich anfühlt wie das Ende der Welt und ich dem Standard meiner Lieblings-Kinder-Serie, Thomas die Lokomotive, „Sei nützlich oder sei woanders“, nicht gerecht werde. Aber dass wir als Comedy-Community Zeichen setzen müssen. So kreativ wie wir wollen, so lustig wie wir können. Das macht uns zu nützlichen Lokomotiven. Eh Comedians. Hier ist das Comedy-Set in meinem neuesten Video:

Und jetzt #2

Der Juni ist traditionell der beste Monat, um vor dem Sommerloch Veränderungen bei Projekten anzubringen und diese dann über den Sommer durchzuführen. Aus diesem Grund hier eine Übersicht darüber, welche Anpassungen es bei meinen Projekten geben wird.

Wie schon letzte Woche gesagt muss man sich manchmal an den kalten Zahlen orientieren. Schließlich ist eines der wichtigsten Ziele eines Projektes, dass es gute Zuschauer-/-hörerzahlen schreibt. Demnach sollte ich den Podcast vermutlich einstampfen. Das würde weh tun. Das würde die anderen Ziele komplett zerschießen: Spaß und Kreativität. Wie es weitergeht, ist nicht sicher. Ich werde nicht regelmäßig sein, aber die Folgen werden um so bescheuerter.

Jedoch wird nicht alles aus dem Podcast verloren gehen: Die Tagebuch-Funktion des Podcasts, sowie die spontanen kleinen Sketche werden in das Garry-Universum übernommen. Die News-Kommentare werden in die Anpassungen von Ostbelgistan Daily übernommen.

Garry is Unemployed ist nicht nur der Name des Programms, welches ich für meine Stand-Up Comedy Text nutze, sondern auch der Name des YouTube Channels und der Short Stories, die ich mit dem Charakter schreibe. Das funktioniert leider nicht in Corona-Zeiten, in denen ich nicht auf die Bühne kann und ist darüber hinaus schlechtes Branding. Der Channel sollte Support und Showcase für das Stand-Up Programm sein. Ohne Stand Up hat das nicht funktioniert.

Deshalb wird es für das Garry-Universum große Veränderungen geben: Garry is Unemployed wird einzig der Name für ein Buchprojekt, das in Arbeit ist. Der YouTube Channel wird von Support- zu Main-Medium befördert und unter dem Aspekt „Garry wants to be a comedian“ eine klare Linie bekommen, die man dann auch verstehen kann: Garry will Comedian sein, verfolgt ihn dabei.

Ostbelgistan Daily hat nach einem starken Start darunter gelitten, dass man nicht unendlich viele komplett fiktive Geschichten schreiben kann. Da aber Branding, Reichweite und Qualität sehr zufriedenstellend sind, besteht die einzige Änderung darin, dafür zu sorgen, dass regelmäßiger Content entsteht und die Produktion in den nächsten 12 Monaten gesichert ist. Ein für September angedachtes Projekt ist die stärkere Integration der Partei für Leute und Kram mit einigen frühen Wahlkampf-Videos, sowie einer stärkeren Bindung an das reelle politische Geschehen.

Und jetzt? #1

Ich mag es, Blogeinträge zu nummerieren, als wären sie der Beginn einer fortlaufenden Serie, die ich wirklich weiter schreibe. Aber der Glaube stirbt zuletzt. Also, hier ist eine neue wöchentliche Blog-Idee.

Ich bin immer der erste, der begeistert erklärt, dass er ein neues Projekt hat und sich Hals über Kopf in die Erstellung davon wirft. Vielleicht kann man da nachvollziehen, wie viele Projekte ich auf dem Weg nicht veröffentlicht habe. Das hat einen ganz einfachen Grund. Die Perspektive, dass etwas scheitert, für das ich mich begeistere und was mich mit Freude erfüllt, macht mir unfassbar Angst.

Glücklicherweise arbeite ich daran: Garry is Unemployed auf Bühnen zu bringen war der Beginn, Ostbelgistan Daily ein Versuch in Richtung Politsatire, Ostbelgisch für Anfänger ein wunderbar authentischer Podcast ohne Konzept und die Adaption von Garry is Unemployed für YouTube ein Herzensprojekt. Jedes davon habe ich trotz meiner großen Angst des öffentlichen Scheiterns veröffentlicht.

Jetzt zu den schlechten Nachrichten: Der Podcast und die YouTube Serie scheitern. Vielleicht ist meine Angewohnheit relativ schonungslos mit mir selbst zu sein wenn es um Projekte geht ein Problem. Ich persönlich sehe es als den Grund an, dass ich es sehr jung zu vielem gebracht habe. Aber das heißt eben auch, dass ich die Zahlen sehe und mir die Frage stellen muss, welchen Sinn die Projekte machen, wenn sie keinen Erfolg haben. Welchen Sinn die Arbeit hat, wenn es keiner sieht und das Projekt – rational gesehen – nur Zeit stiehlt, die ich in die Konzeption eines neuen Projektes stecken könnte. Und Ideen habe ich für andere Projekte.

Es ist nicht so, als hätte ich nicht schon mehrere Projekte in den Sand gesetzt. Aber wenn es gerade die sind, die mir am meisten Spaß machen, dann tue ich mich schwer mit der Entscheidung.

Die Frage ist: Und jetzt?

Das außerordentlich hoffnungsvolle Märchen des Horst ohne Hoffnung, DJ von Beruf

Es war ein Abend wie jeder andere. Während flackernde Lichter und laute Bässe die Menschen in Bewegung brachten, beobachtete Horst das Geschehen regungslos. Warum er DJ geworden war – diese Frage stellte man ihm sehr oft, schließlich war mittlerweile jeder ein Marketing-Experte und wollte ihm Tipps geben. 

Hatte er mit bürgerlichem Namen noch Jack Blitz geheißen, hatte er für seine DJ-Laufbahn einen coolen Namen gesucht und sich letztlich für Horst ohne Hoffnung entschieden. Das ziehe die Menschen runter, so ein Jugendfreund, der ihm vergeblich versucht hatte, diese Idee auszureden. Der Zusatz, der auf seiner Website unter dem Namen stand, machte auch nicht viel Hoffnung: Der Name ist Programm. Und das Programm ist auch scheiße. 

Weiterlesen

Lasst uns streiten!

Ich kann nur hoffen, dass Schröders Kommentar im GRENZECHO.net „Schluss mit lustig“ heute bewusst vereinfachend war, um eine Diskussion anzuregen, sonst würde ich ein Fischgrätendiagramm brauchen um zu erklären, warum so ein Text eine Katastrophe ist.

Aber spielen wir mal mit und nehmen die Diskussion etwas polemisch auf: Alles wird hier zusammengeworfen in einem Kommentar, der wohl mal erklären wollte, warum es die Populisten so einfach haben, der aber leider damit endete, sie zu unterstützen und zu emulieren.

Weiterlesen

Would you like your ex to date a Nazi or a Saint?

This text has been influenced/inspired by a blog entry of Dan Harmon’s.

Wouldn’t it be easier if we could assure that we’d never meet our exes ever again? At least for people like me, whose inner monologue will never not attempt to “understand the why”, it would be better. Because, if you run into your ex and you see her with a different person by her side, what are you supposed to feel? I’m actually asking.

Weiterlesen