Amanda Palmer und die Kunst des Bittens

Es gab mal eine Zeit, in der das Prinzip der Patreon- und Kickstarter-Finanzierung für Künstler gar nicht mal so schlau klang. Schließlich wird doch im Zeitalter von YouTube und illegalen Downloads niemand mehr für Kunst, geschweige denn Musik bezahlen wollen. 2012 dann ließ sich Amanda Palmer aus Trotz gegen die Plattenlabels ein Album von Fans finanzieren – 25 000 Menschen spendeten über 1 Million Dollar. Wieso? Das erklärt sie in ihrem TED-Talk.

Wer wie ich ist, der bittet ungerne um Hilfe. Schließlich würde man dann ja zugeben, dass man etwas nicht kann oder nicht schafft. Auch Künstler zieren sich teilweise davor, um Spenden zu bitten, wenngleich das mit Patreon und anderen Seiten, die es zulassen, seinen Lieblingskünstlern Geld zu geben, viel einfacher geworden ist. Amanda Fucking Palmer, um sie mit ihrem ganzen Namen zu nennen, hat dieses Bitten zur Kunst gemacht. Sie veröffentlicht ihre Songs im Internet, sodass jeder sie hören kann und wer sich dazu berufen fühlt, ihre Demos, Songs und andere Werke zu finanzieren, der kann dies tun. Aktuell bezahlen 14 200 „Patreons“ für jedes Kunstwerk, das sie ins Netz stellt einen Beitrag ab 1$ aufwärts. Dabei kommt genug Geld zu Stande, um erfolgreich Künstler zu sein.

Und längst tut das auch eine Unmenge von Künstlern, deren treue Fangemeinde dafür bereit ist, etwas mehr zu zahlen, so lange das Geld direkt zum Künstler geht und keinem CEO das Auto finanziert.

For most of human history, musicians, artists, they’ve been part of the community – connectors and openers, not untouchable stars.

Amanda Palmer

Für Amanda Palmer ist das normal. Sie bittet ihre Fans ständig um Hilfe, sei es für Übernachtungsmöglichkeiten für sich und die Band nach Gigs oder anderen kleineren Gefallen. Dabei hat sie nur gute Erfahrungen gemacht, denn wer seine Zuschauer um Hilfe fragt, tritt in einen direkten Kontakt mit ihnen und den schätzt AP über alles. Ihr gesamter TED Talk:

Andere Links:

Das Buch zum TED Talk: The Art of Asking
Amanda Palmer auf Patreon
Die Rekord-Kickstart Kampagne
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