Das Jahr 26 #1: Und jetzt?

Während der letzten Monate war die Gesamtheit meines Lebens auf Politik ausgerichtet. Genauer gesagt: Wahlkampf. Das hat Eindrücke hinterlassen und so drängt sich eine ganz entscheidende Frage auf: Wie weiß man, am wievielten Tag des Wahlkampfes man ist? Man zählt die Augenringe der Kandidaten. Diese Frage meinte ich zwar nicht, aber das ist an und für sich eine sinnvolle Info für alle, die planen, selbst mal eine Wahlkampagne mitzumachen.

Die unmittelbare Zeit nach den Wahlen war komisch. Plötzlich stand ich an einem Mittwoch um 17 Uhr bei mir zu Hause und hatte Feierabend. Was mache ich jetzt mit der Zeit? Hat man sein Privatleben für den Job erst ein Mal auf 0 runtergefahren, fährt sich das nämlich gar nicht so leicht wieder hoch.

Sich so auf einen Punkt (wie die Wahlen) zu fixieren ist ungesund und nötig zugleich. Maximaler Fokus auf das Ziel, aber eben auch maximale Blindheit für alles andere. Und das an sich selbst gemachte Versprechen, dass dieser Erfolg Kraft geben wird, um all die Dinge, die man mal erklärt hat, unbedingt nach den Wahlen machen zu wollen, auch zu tun.

Nach den Wahlen ist ein Konzept, das für mich bis vor einigen Wochen keinen Sinn machte. Schließlich waren so viele meiner Verpflichtungen, Ziele und Aufgaben an diesen Termin gebunden, sodass man sich nun zwingend die Frage stellt: Und jetzt?