Eine durchaus dumme Idee?!

Es gibt da dieses Zitat, welches ich seit vielen Jahren nah bei mir halte und welches mich durch die verschiedenen Phasen meines 25-jährigen Lebens begleitet hat: Schule, Uni, Arbeitslosigkeit, Politik.

„Es ist unser Versagen, unser Ideal zu werden, das uns originell und besonders macht.“

Conan O’Brien

Dass eben jenes Zitat von dem Menschen kommt, dessen Ideal ich vergebens nacheifere, ist dabei wenig überraschend. Comedy ist mein Traum, Menschen zum Lachen zu bringen meine Passion seit ich 16 Jahre alt bin und zum ersten Mal eben diesen Conan O’Brien auf YouTube fand.

Unzählige Videos gibt es von mir. Manche mit mir darin, manche anonym, aber die wenigsten sind veröffentlicht worden. Schließlich muss ich doch ein technisch perfekter Comedian sein, am besten ab dem ersten Tag, bevor ich wirklich damit in die Öffentlichkeit gehen kann, denn sonst kann ich nicht mit mir selbst zufrieden sein. Oder abgekürzt: Ich habe Angst davor, meinen Träumen zu folgen, denn was, wenn sie nicht zum Erfolg führen?

Den Luxus zu haben, sich zwischen einer sicheren Zukunftsperspektive und der Möglichkeit, seinen Träumen nachzujagen, entscheiden zu dürfen – das ist selten. Ich habe in der Politik mit 23 Jahren die Copräsidentschaft über eine Partei übernommen, bin mit 24 Jahren zum Kampagnenkoordinator geworden – sicherlich gäbe es für mich im politischen Rampenlicht irgendeine Zukunft. Wenn ich das denn wollen würde.

Denn was mir dieser Wahlkampf gezeigt hat, ist dass es Kandidaten gibt, die jeder Logik und jedem Spott zum Trotz ihrem Traum in der Politik nachjagen. Das nötigt Respekt ab. Gleichzeitig träume ich nicht von einer politischen Karriere. Meinen Beruf bei Ecolo mache ich gerne, vielleicht sogar gut. Aber ich lebe nicht für die Politik. Und somit scheide ich nächste Woche auch den letzten Ämtern aus, die ich hatte, sodass ich „nur noch“ Mitarbeiter bin. Vermutlich einer der wenigen Politiker, der sich gerne und mit einem breiten Lächeln aus dem politischen Rampenlicht verabschiedet. Mit 25…

Eine Person passt nicht in diese Runde. Eine andere ist Comedian. Und ich bin der rechts.

Aber eben genau aus diesem Grund treibt es mich dieser Tage auf so viele Bühnen. Ich habe viel im Wahlkampf gelernt. Vor allem, dass man nichts erreicht, wenn man die Comfort-Zone nicht verlässt und sich selbst gelegentlich Angst macht.

Aus diesem Grund: Hi, mein Name ist Garry.

„Garry is Unemployed“ heißt mein ersten Comedy-Programm, mit dem ich ein bisschen reise und zu dem ich ein paar Nebenprojekte aufgebaut habe. Es erzählt die Geschichte eines Germanistikers (ja, das schreibt man so!), der nach seinem Studium keine Arbeit findet und aus Protest die Partei für Leute und Kram gründet. Völlig fiktiv also.