Und jetzt? #1

Ich mag es, Blogeinträge zu nummerieren, als wären sie der Beginn einer fortlaufenden Serie, die ich wirklich weiter schreibe. Aber der Glaube stirbt zuletzt. Also, hier ist eine neue wöchentliche Blog-Idee.

Ich bin immer der erste, der begeistert erklärt, dass er ein neues Projekt hat und sich Hals über Kopf in die Erstellung davon wirft. Vielleicht kann man da nachvollziehen, wie viele Projekte ich auf dem Weg nicht veröffentlicht habe. Das hat einen ganz einfachen Grund. Die Perspektive, dass etwas scheitert, für das ich mich begeistere und was mich mit Freude erfüllt, macht mir unfassbar Angst.

Glücklicherweise arbeite ich daran: Garry is Unemployed auf Bühnen zu bringen war der Beginn, Ostbelgistan Daily ein Versuch in Richtung Politsatire, Ostbelgisch für Anfänger ein wunderbar authentischer Podcast ohne Konzept und die Adaption von Garry is Unemployed für YouTube ein Herzensprojekt. Jedes davon habe ich trotz meiner großen Angst des öffentlichen Scheiterns veröffentlicht.

Jetzt zu den schlechten Nachrichten: Der Podcast und die YouTube Serie scheitern. Vielleicht ist meine Angewohnheit relativ schonungslos mit mir selbst zu sein wenn es um Projekte geht ein Problem. Ich persönlich sehe es als den Grund an, dass ich es sehr jung zu vielem gebracht habe. Aber das heißt eben auch, dass ich die Zahlen sehe und mir die Frage stellen muss, welchen Sinn die Projekte machen, wenn sie keinen Erfolg haben. Welchen Sinn die Arbeit hat, wenn es keiner sieht und das Projekt – rational gesehen – nur Zeit stiehlt, die ich in die Konzeption eines neuen Projektes stecken könnte. Und Ideen habe ich für andere Projekte.

Es ist nicht so, als hätte ich nicht schon mehrere Projekte in den Sand gesetzt. Aber wenn es gerade die sind, die mir am meisten Spaß machen, dann tue ich mich schwer mit der Entscheidung.

Die Frage ist: Und jetzt?

Eine durchaus dumme Idee?!

Es gibt da dieses Zitat, welches ich seit vielen Jahren nah bei mir halte und welches mich durch die verschiedenen Phasen meines 25-jährigen Lebens begleitet hat: Schule, Uni, Arbeitslosigkeit, Politik.

„Es ist unser Versagen, unser Ideal zu werden, das uns originell und besonders macht.“

Conan O’Brien
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Vier Jahre später

In den letzten Tagen musste ich oft an meine Zeit in Schottland zurückdenken. Vor fast exakt vier Jahren, am 13. November 2014, fand ich dort zum ersten Mal meinen Weg auf die andere Seite des Mikrofons. Das ist die Geschichte dazu. 

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Das Jahr 25 #2: Für immer. (a.k.a. Mein cooler Onkel Leo)

Über die letzten Tage hat mir die Vorstellung sehr viele Sorgen bereitet, diesen Tag erleben zu müssen. Heute ist die Beerdigung von meinem Onkel allerdings wirklich. Ich glaube nur durch Schreiben und ehrlich sein kann es mir dabei ein bisschen besser gehen. 

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Das Jahr 25 #1: Schritt für Schritt dem Sport entsagen: Ein Jogging-Experiment

Kennen Sie diese Bilder von glücklichen Joggern, die breit lächelnd über die Straße laufen, deren Frisur perfekt sitzt und deren Körper Kraft und Gesundheit ausstrahlt? Die Jogging-App, die ich mir heute morgen heruntergeladen habe, suggeriert mir eine Verbindung zwischen Laufen und Spaß. Und tatsächlich glaube ich, dass ich irgendwann so aussehen kann, wenn ich joggen gehe. Nur der Weg bis dahin ist gepflastert mit den Menschen wie mir, die nach gefühlten 800 Metern ins Gras fallen, schwer atmend glauben, den Herrn zu sehen und die Teufel verfluchen, die ihnen den Floh ins Ohr gesetzt haben, jemals wieder Laufen zu gehen. 

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Das Ende der Studentenzeit #1

Nach all den lauten Abschieden und Partys der letzten Tage stand nun ein ganz leiser und privater Abschied an: Meine Wohnung in Liège musste geräumt werden. Es hätte mir eigentlich nichts bedeuten sollen, schließlich war es die vierte Wohnung, die ich in Lüttich hatte. Weiterlesen