Calvo’s Thesen (Eine subjektive Buch-Rezension)

Der Name Kristof Calvo sagt einem in dieser Gegend Belgiens vermutlich wenig. Vielleicht kennt man ihn, weil er einst mit nur 23 Jahren in die Kammer gewählt wurde, oder weil er weit vor seinem 30sten Lebensjahr bereits Fraktionsvorsitzender der Grünen in jener Kammer war. Mehr weiß man aber vermutlich nicht über ihn. Und wie auch?

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Einfach mal abschaffen geht nicht

Nun, dann sprechen wir also mal über die Partei Islam: In den letzten Wochen hat diese Gruppierung von Menschen wirklich für Diskussionen gesorgt, viele Emotionen geweckt und eine Frage losgetreten, die wir schon mehr als ein Mal in Belgien gehört haben: Sollte man eine Partei verbieten? Sprechen wir drüber, denn es ist nicht so einfach.

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Über Populismus

Sie werden es vermutlich kennen, das so inflationär gebrauchte Wort „Populismus“. Kaum eine Partei hat sich noch nie den Vorwurf gefallen lassen müssen, Populismus zu betreiben, doch was heißt das eigentlich?

Populismus bedeutet, wenn man der Definition folgt: Politik so weit vereinfacht, dass sich einSchwarz-Weiß-Bild ergibt. Selbstdarstellung: Hier die Guten, dort die Bösen. „Wir sind das Volk!“ gegen „Ihr seid die Nestbeschmutzer.“ Diese Mentalität ist die Basis des Populismus. Er geht jedoch noch einen Schritt weiter, denn wer sich selbst als „die Guten“ darstellen will, als „Beschützer des Volkes“, der braucht auch einen Aufhänger dazu. Man nehme also ein Thema, das die Leute berührt, und dramatisiert es zu dem Punkt, an dem die Fakten keinerlei Rolle mehr spielen und man einzig mit dem Gefühl spielt, das die Leute haben. Das ultimative Ziel ist klar: Wählerstimmen sammeln, ohne dabei Inhalte und Details liefern zu müssen.

Donald Trump ist der unumstrittene Weltmeister in dieser Disziplin. Kaum eine Aussage von ihm hat irgendeinen Inhalt. Das Phänomen lässt sich aber leider auch in Ostbelgien beobachten. Viel zu oft werden Diskussionen über die Medien geführt, aufgebauscht und zu „Wir-Gegen-Die“ Geschichten verpackt. Konstruktive Politik arbeitet anders, sie schließt Differenzen mit ein und basiert auf detaillierten Diskussionen.

Als ECOLO-Partei sind wir entschlossen, uns politischen Spielchen auf Telenovela-Niveau nicht hinzugeben. Wir hören dem Bürger zu und formen dann unsere Meinung. Wir formen allerdings keine politischen Traktate und medienwirksame Äußerungen, bei denen es mehr um das „Wir gegen die anderen“-Gefühl geht, als um die Fakten. Denn wer Fakten übergeht, um wie eine Werbefirma mit Manipulation der Emotionen zum Erfolg zu kommen, der verrechnet sich.

Dieser Text wurde im März als Beitrag für Ecolo Ostbelgien zum Wort den Parteien veröffentlicht.